Rittmeister Brand; Bertram Vogelweid by Marie von Ebner-Eschenbach

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Ebner-Eschenbach, Marie von, 1830-1916 Ebner-Eschenbach, Marie von, 1830-1916
German
Ever wonder about the person behind the uniform? 'Rittmeister Brand; Bertram Vogelweid' by Marie von Ebner-Eschenbach is a quiet but powerful story about a man who doesn't quite fit the mold. Rittmeister Brand is a respected cavalry officer in the Austrian army, a man of honor and duty. But the story asks: what happens when the world you serve starts to feel alien? It's not about big battles, but about the internal war between who you're expected to be and who you might truly be. If you like character studies that explore duty, identity, and the subtle pressures of society, this lesser-known classic will stick with you.
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Hundert Ketzer auf einmal _ad majorem dei gloriam_ verbrannt worden war. Leise und unauffällig erscheint Er unter den Menschen, und siehe, es erkennen Ihn alle. Das Volk drängt sich an Ihn heran mit unbezwinglicher Gewalt. Es umgibt Ihn, wächst um Ihn und folgt Ihm. Schweigend schreitet Er unter ihnen, mit dem stillen Lächeln unendlichen Mitleids auf den Lippen. Die Sonne der Liebe brennt in seinem Herzen, Strahlen des Lichtes, der Erleuchtung und Kraft strömen aus seinen Augen und gießen sich über die Menge und wecken die Herzen der Menschen. Er streckt ihnen seine Hand entgegen und segnet sie, und aus der Berührung mit seinem Körper, ja schon aus seinem Gewande fließt heilende Kraft. Ein Greis, der seit der Kindheit blind war, ruft aus der Schar: ›Herr, heile mich, damit ich Dich erkenne!‹ Und siehe, von seinen Augen fällt es wie Schuppen, und der Blinde sieht. In den Augen der Menschen sind Tränen, das Volk küßt die Erde, über die Er hinwandelt, die Kinder werfen Blumen vor seine Schritte, singen Lieder und rufen Hosianna. ›Er ist es, Er,‹ wiederholen alle, ›Er muß es sein und kein anderer.‹ So kommt Er vor das Tor der Kathedrale, wo Menschen unter Heulen und Wehklagen einen weißen offenen Kindersarg tragen, darin ein siebenjähriges Mädchen liegt, die einzige Tochter eines angesehenen Bürgers der Stadt. Das tote Kind liegt da, ganz in Blumen gebettet. ›Er wird dein Kind auferwecken vom Tode‹, rufen Stimmen der weinenden Mutter zu. Aus der Kathedrale tritt dem Sarge ein Priester entgegen, er vermag nicht gleich zu fassen, was hier geschieht, und runzelt die Stirne. Da hört er ein Aufschluchzen: es ist die Mutter des toten Mädchens, sie wirft sich zu seinen Füßen nieder und hebt ihre Hand zu Ihm auf und ruft aus: ›Wenn Du es bist, dann wecke mein Kind vom Tode auf!‹ Die Prozession bleibt stehen, der Sarg wird vor Ihm auf den Boden gelassen. Er sieht auf ihn hernieder voll Rührung, und sein Mund spricht noch einmal: ›_Talifa kumi._‹ Und das Mädchen erhebt sich im Sarge, setzt sich auf und blickt im Kreise um sich mit erstaunten offenen Augen. In den Händen hält es das Sträußlein weißer Rosen, mit dem es im Sarge gelegen hat. Das Volk ist bewegt, Stimmen, Schreie, Schluchzen. In diesem Augenblicke geht an der Kathedrale über den Platz der Kardinal vorbei, der Großinquisitor, ein Greis von bald neunzig Jahren, hoch und aufrecht, mit vertrocknetem Gesicht und tiefliegenden Augen, in welchen noch verborgen das Feuer glüht. Heute ist er nicht in den Prunkgewändern, in denen er sich gestern dem Volke gezeigt hatte, da er die Feinde des römischen Glaubens verbrannte -- nein, heute trägt er die alte grobe Mönchskutte. Ihm folgen in gemessener Entfernung seine düsteren Gehilfen und Knechte, die ›heiligen‹ Wächter. Er bleibt vor der Menge stehen und sieht zu, was geschieht. Er hat alles gesehen; er hat gesehen, wie sie den Sarg vor Ihn hingestellt haben, er hat gesehen, wie sich das Mädchen im Sarge erhoben hat, und über sein Gesicht legt sich ein dunkler Schatten. Er zieht seine dichten, grauen Brauen zusammen, und sein Blick leuchtet auf in Bosheit. Indem er auf Ihn mit dem Finger weist, heißt er die Wächter Ihn ergreifen. Und so groß ist seine Gewalt, und so gehorsam und ergeben ist ihm das Volk, daß die Menge den Wächtern Platz macht und diese unter aller tiefem plötzlichem Schweigen Hand an Ihn legen und Ihn fortführen. Die Volksmenge ist wie =ein= Mann, und die Köpfe neigen sich vor dem greisen Inquisitor zu Boden; er segnet schweigend die Menschen und setzt seinen Weg fort. Die Wache hat inzwischen den Gefangenen in...

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This book gives us two connected character portraits from 19th-century Austria. The first follows Rittmeister Brand, a principled and somewhat rigid cavalry captain. He's good at his job, but he's also deeply lonely and out of step with the changing times and the frivolous society around him. The second part focuses on Bertram Vogelweid, a struggling artist. Their stories, while separate, act as mirrors to each other, both exploring men trying to find their place and purpose in a world with very specific rules.

Why You Should Read It

Ebner-Eschenbach has a genius for getting under a character's skin. She doesn't judge Brand or Vogelweid; she simply shows us their quiet struggles, their small moments of hope and disappointment. The writing is sharp and observant. You feel the weight of social expectation and the ache of isolation. For a book written in the 1800s, the questions it raises about authenticity and belonging feel surprisingly modern. It's a masterclass in psychological realism.

Final Verdict

This isn't a book for someone craving fast-paced adventure. It's a slow, thoughtful burn. It's perfect for readers who love classic European literature, fans of nuanced character studies like those in Chekhov's stories, or anyone interested in the social history of the Austro-Hungarian Empire. If you enjoy spending time inside a complex character's head, figuring them out piece by piece, you'll find this short book incredibly rewarding.



✅ No Rights Reserved

This masterpiece is free from copyright limitations. Preserving history for future generations.

Matthew Gonzalez
2 months ago

Very helpful, thanks.

Linda Jones
6 months ago

After hearing about this author multiple times, the narrative structure is incredibly compelling. A valuable addition to my collection.

Kimberly Robinson
1 year ago

I stumbled upon this title and the clarity of the writing makes this accessible. Highly recommended.

Daniel Moore
5 months ago

Beautifully written.

Michelle Lewis
9 months ago

I came across this while browsing and the pacing is just right, keeping you engaged. Worth every second.

4
4 out of 5 (5 User reviews )

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