Der Doppelgänger by Fyodor Dostoyevsky

(3 User reviews)   3146
Dostoyevsky, Fyodor, 1821-1881 Dostoyevsky, Fyodor, 1821-1881
German
Ever had that creeping feeling someone is watching you? Now imagine that someone is you. In 'Der Doppelgänger' (or 'The Double'), Dostoyevsky takes a simple, brilliant idea and turns it into a psychological horror story that feels way too real. We follow Yakov Petrovich Golyadkin, a low-level clerk who just wants to be liked and respected. Then one day, he meets his exact double—a man who looks, sounds, and has his name, but is everything Golyadkin wishes he could be: confident, charming, and successful. This isn't a sci-fi clone story. It's a terrifying, darkly funny look at what happens when your worst enemy is the person you see in the mirror. If you've ever felt insecure or out of place, this book will get under your skin.
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einer sehr großen Mietskaserne, in seiner eigenen Wohnung befand. Nachdem er diese wichtige Entdeckung gemacht hatte, schloß Herr Goljadkin wieder krampfhaft die Augen, als bedauere er, daß der Traum, den er soeben gehabt hatte, entschwunden sei, und als wünsche er, ihn sich wenigstens für einen Augenblick zurückzurufen. Aber einen Augenblick darauf sprang er mit einem Satze aus dem Bette, wahrscheinlich, weil er endlich auf denjenigen Gegenstand gekommen war, um den seine zerstreuten, noch nicht in die gehörige Ordnung gebrachten Gedanken bisher herumgewirbelt waren. Nachdem er aus dem Bette gesprungen war, lief er sogleich zu dem kleinen, runden Spiegel, der auf der Kommode stand. Obgleich die verschlafene, kurzsichtige, ziemlich kahlköpfige Gestalt, die ihm der Spiegel zurückwarf, einen so unbedeutenden Eindruck machte, daß sie auf den ersten Blick entschieden niemandes ausschließliche Aufmerksamkeit fesseln konnte, so war doch ihr Besitzer mit alledem, was er im Spiegel erblickte, anscheinend völlig zufrieden. »Na, das wäre eine böse Geschichte,« sagte Herr Goljadkin halblaut, »das wäre eine böse Geschichte, wenn heute an mir etwas nicht in Ordnung wäre, wenn z. B. irgendetwas schlecht aussähe, ich einen störenden Pickel bekäme oder sonst eine Unannehmlichkeit passierte; vorläufig indes ist es nicht übel; vorläufig geht alles gut.« Sehr erfreut darüber, daß alles gut ging, stellte Herr Goljadkin den Spiegel auf seinen früheren Platz; er selbst aber lief, trotzdem er barfuß war und noch das Kostüm trug, in dem er sich schlafen zu legen pflegte, zum Fenster hin und begann höchlichst interessiert mit den Augen etwas auf dem Hofe zu suchen, auf den die Fenster seiner Wohnung hinausgingen. Anscheinend befriedigte auch das, was er auf dem Hofe erblickte, ihn vollkommen; denn sein Gesicht erglänzte von einem selbstzufriedenen Lächeln. Nachdem er dann einen Blick hinter die Scheidewand in das Kämmerchen seines Dieners Petruschka geworfen und sich überzeugt hatte, daß Petruschka nicht darin war, ging er auf den Fußspitzen an den Tisch, schloß an demselben eine Schublade auf, wühlte in dem hintersten Winkel dieser Schublade umher, zog endlich aus alten, vergilbten Papieren und allerlei Kram eine grüne, abgegriffene Brieftasche heraus, öffnete sie behutsam und blickte vorsichtig und mit Genuß in die abgelegenste, verborgenste Tasche derselben hinein. Wahrscheinlich schaute das Päckchen grünlicher, grauer, bläulicher, rötlicher und sonstiger bunter Banknoten Herrn Goljadkin ebenfalls sehr freundlich und ermutigend an: mit strahlendem Gesichte legte er die geöffnete Brieftasche vor sich auf den Tisch und rieb sich zum Zeichen des größten Vergnügens kräftig die Hände. Endlich nahm er es heraus, sein entzückendes Päckchen Banknoten, und begann, zum hundertsten Male seit dem vorigen Tage, die Scheine durchzuzählen, wobei er einen jeden sorgsam zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger rieb. »Siebenhundertfünfzig Rubel!« flüsterte er zuletzt. »Siebenhundertfünfzig Rubel ... eine tüchtige Summe! Das ist ein hübsches Sümmchen,« fuhr er mit zitternder, durch das Gefühl der Freude ein wenig gedämpfter Stimme fort, indem er das Päckchen in den Händen zusammendrückte und bedeutsam lächelte. »Das ist ein hübsches Sümmchen! Das muß jeder für ein hübsches Sümmchen halten! Jetzt möchte ich den Menschen sehen, für den das eine unbedeutende Summe wäre! Mit einer solchen Summe kann ein Mensch es weit bringen ...« »Aber, was hat denn das zu bedeuten?« dachte Herr Goljadkin. »Wo ist denn Petruschka?« Noch immer dasselbe Kostüm beibehaltend, blickte er zum zweiten Male hinter die Scheidewand. Petruschka war dort wieder nicht vorhanden; nur ein Samowar, der da auf dem Fußboden stand, ärgerte sich, erboste sich und kam außer sich, indem er jeden Augenblick überzukochen drohte und hitzig und schnell in seiner sonderbaren Sprache schnarrend und lispelnd etwas zu Herrn Goljadkin sagte, wahrscheinlich etwa dies: »Nehmt mich doch hin, liebe Leute; ich bin ja vollständig fertig und bereit.« »Hol ihn der Teufel!«...

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Let's talk about one of the weirdest and most unsettling books from a master of weird and unsettling stories. 'Der Doppelgänger' (often translated as 'The Double') is Dostoyevsky's early dive into a mind coming undone, and it's a wild, claustrophobic ride.

The Story

The plot is deceptively simple. Yakov Petrovich Golyadkin is a nervous, socially awkward government clerk. He's desperate for approval but constantly sabotages himself. After a humiliating evening, he encounters his doppelgänger—a man who is physically identical but possesses all the confidence and social grace Golyadkin lacks. This 'Golyadkin Junior' swiftly infiltrates his life, charming his colleagues and usurping his position. As the original Golyadkin protests that he's the real one, everyone around him starts to see him as the pathetic, possibly insane, imitation. The story follows his frantic, increasingly unhinged attempts to expose the imposter and reclaim his own identity.

Why You Should Read It

This isn't just a ghost story; it's an identity heist. Dostoyevsky locks you inside Golyadkin's paranoid head, and you feel every jolt of his anxiety and jealousy. What makes it so gripping is how familiar his fears are. We've all worried about being replaced, about not being 'enough,' about that version of ourselves who is cooler and more capable. The book asks a scary question: what if that better version showed up and everyone liked him more? It's a darkly comic and genuinely creepy exploration of imposter syndrome, long before the term was invented.

Final Verdict

This is the perfect book for readers who want to try Dostoyevsky but find his big novels daunting. It's short, fast-paced, and packs a punch. If you love psychological thrillers, stories about unreliable narrators, or just a brilliant, bizarre premise executed with masterful tension, you need to meet Mr. Golyadkin. Just be prepared to side-eye your own reflection afterwards.



⚖️ License Information

This masterpiece is free from copyright limitations. Share knowledge freely with the world.

Lucas Wilson
5 months ago

I didn't expect much, but the flow of the text seems very fluid. Exceeded all my expectations.

Daniel Jackson
1 year ago

Great read!

Lisa King
1 year ago

The index links actually work, which is rare!

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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