Leben und Meinungen des Herrn Andreas von Balthesser, eines Dandy und…

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By Isabella Wilson Posted on Dec 26, 2025
In Category - Pets & Care
Schaukal, Richard von, 1874-1942 Schaukal, Richard von, 1874-1942
German
Have you ever met someone who treats their entire life like a performance? That's Andreas von Balthesser. This book isn't about grand adventures or world-changing events. It's about a man in early 20th-century Austria who dedicates his life to the art of being interesting. His clothes, his opinions, his very existence are all carefully curated. But here's the real question the book asks: what happens when the world stops being a willing audience? When the act is over, who is left underneath all that style? It's a surprisingly sharp look at identity, performance, and the loneliness that can come from living for an audience that might not even be watching.
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Juristen der letzten drei bis vier Semester vor mir -- so wesenhaft ist. Und fast war ich“ -- er nahm das Monokel aus der rechten Augenhöhle, hielt es mit steifem Unterarm aufmerksam vor sich hin und setzte es nach einer Pause wieder ein; der Vorsitzende rückte höflich seinen Stuhl noch ein wenig weiter links von ihm ab -- „fast war ich, als ich mich Ihrer Einladung in diesen Tagen entsann, entschlossen, ein solches Thema, vielleicht um mir Ihre Sympathien zu sichern, heute hier zu tradieren. Da ich Sie nun aber vor mir sehe, junge Leute mit Brillen und Zwickern, mit wüsten Bärten und übernächtigen Augen, mit ungesunder gelber Gesichtsfarbe, und Sie mir im Geiste verhundertfacht denke als eine Herde von eifrigen Bücherlesern und eine lebendige Nomenklatur von allerlei sogenannten modernen Doktrinen und Termini, bin ich von einer, wie Sie sagen würden, perversen Lust angewandelt, über die Dichtkunst, von deren Beherrschung ich manche nicht unerhebliche Proben geliefert zu haben glaube, einige wenige offenbar sakrilegische Worte zu sagen. Meine Herrn“, -- er lehnte sich zurück, schlug langsam ein Bein über das andre und starrte in die zuckende Gasflamme auf dem gußeisernen Arm vor ihm, so daß das Monokel wie ein toter Stein glänzte -- „meine Herrn, diese Ihre Beschäftigung mit der Dichtkunst und den Dichtern erscheint mir als ein Zeichen, ein jämmerliches Zeichen von Unkultur. Sie werden jetzt in Ihrem Innern heftig erschrecken oder sich entrüsten oder mit vermeintlicher Ironie sich mir entziehen. Ich versichere Ihnen ehrlich, daß mich das nicht im geringsten berührt.“ Das Auditorium rückte mit verlegen lächelnden Mienen an den Stühlen. Man konnte bemerken, daß einer den andern gleichsam niedriger einschätzte. „Ich bin nämlich Ihrer Auffassung dessen, was Sie Kultur zu nennen belieben, so fern wie ein Gestirn. Ich weiß nicht, ob Sie recht haben oder ob ich recht habe. Es ist mir auch nicht darum zu tun, zu erfahren, wer ‚recht hat‘. Ich empfinde in diesem Moment nur die durch nichts niederzuhaltende Lust, Ihnen zu sagen, daß das alles, was Sie in Anspruch nimmt, aufregt, das, in dessen Besitz Sie sich über die andern erhaben fühlen, mir im Grunde so gleichgültig ist wie dieses -- übrigens äußerst unappetitliche halb geleerte Bierglas vor mir.“ Er stellte das Glas energisch vor seinen linken Nachbar, dessen Auge an dem Rande des Glases wie bezaubert haften blieb. „Ob einer von Ihnen ein Gedicht, das ist eine willkürliche und offenbar eitle Zusammenstellung von unzulänglichen Worten des sogenannten Sprachschatzes, in einer vom Herkömmlichen abweichenden Weise zustande bringt oder nicht, ob er seine minderbemittelten Wünsche an das Leben in gleich langen oder verschieden langen Verszeilen in einer obskuren Revue drucken läßt oder sie seiner Hausbesorgerin, während er der Verschlafenen das Sperrgeld einhändigt, in kürzerer Fassung mitteilt: die Kultur hat mit dem einen so wenig zu schaffen wie mit dem andern. Sie sind heute noch immer, dank der bequemen und einschläfernden Werkelei unsrer ‚führenden Geister‘, als da sind: Gelehrte, Dichter, Zeitungschreiber, in einer Art von Traumwandelei befangen. Es ist nicht meine Sache, den öffentlichen Anrufer zu spielen. Ich fände das wie alles Laute geschmacklos. Ich sage daher diese unfreundlichen Dinge fast wie Salonaperçus, und ich sage sie Ihnen, da ich ganz genau weiß, ich werde Ihnen zum Schlusse doch nur eine angenehme Stimulation bereitet haben, und Sie werden, jeder in seiner Weise, als von etwas Merkwürdigem und Interessantem über meine Worte Bekannten und Unbekannten gegenüber sprechen, meist sehr willkürlich und ohne jeglichen Zusammenhang mit Ihren wahren Empfindungen, weil Sie sich das ja bereits zur chikanösen Manier herangebildet haben. Kurz, ich halte diese meine Aperçus für durchaus ungefährlich, hier in einem Kreise von unverbesserlichen Bücherlesern, deren keiner...

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Richard von Schaukal gives us a portrait of a man who believes style is everything. Andreas von Balthesser isn't a hero in the traditional sense. He's a dandy, navigating the social circles of pre-World War I Austria. The plot follows his daily life—his meticulous dressing, his witty conversations, his pursuit of beautiful experiences and the perfect aesthetic effect. The story is less about what he does and more about how he presents himself while doing it. The central tension isn't a physical conflict, but an internal and social one: can a life built entirely on surface and perception ever feel real or satisfying?

Why You Should Read It

This book hooked me because it's so quietly perceptive. Balthesser is frustrating, charming, and deeply sad all at once. Schaukal doesn't judge him harshly; instead, he lets us see the machinery behind the performance. In today's world of social media and personal branding, Balthesser feels oddly familiar. We all perform to some degree. Reading this is like looking in a distorted, elegant mirror. It makes you think about the parts of yourself you polish for others and the parts you keep hidden.

Final Verdict

This isn't a book for someone craving a fast-paced plot. It's perfect for readers who love character studies, historical atmosphere, and philosophical questions wrapped in beautiful prose. If you enjoy novels about society, identity, and the quiet tragedies of everyday life—think a Viennese cousin to Oscar Wilde's ideas—you'll find a lot to ponder here. It's a small, gem-like book about a man trying to become a work of art, and the cost of that ambition.



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