Das Königl. Seminartheater — Altenroda — Grünlein : Novellen by Paul Keller

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Keller, Paul, 1873-1932 Keller, Paul, 1873-1932
German
Hey, I just finished this hidden gem from 1900s Germany that feels like stumbling upon a dusty photo album in your attic. It's not one story, but three linked novellas about a traveling theater troupe performing in tiny villages. Think less Broadway glamour, more muddy roads and makeshift stages in barns. The heart of it is the clash between the troupe's big dreams and the small-town realities they face. Can art survive in places where people care more about their crops than a soliloquy? It's a quiet, funny, and surprisingly moving look at why we tell stories and who we tell them for.
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Geburtstag einen Lorbeerkranz für drei Mark. Jeder gab sechzig Pfennig. Welch ein Opfer! Für sechzig Pfennig konnte man in jener billigen Zeit -- es war 1892 -- in einem Restaurant Breslaus fein zu Mittag speisen; für sechzig Pfennig konnte man einen Sitzgalerieplatz im Stadttheater haben, den »Lohengrin« hören, den »König Lear« oder die »Haubenlerche«; für sechzig Pfennig konnte man selbst »bei ausgesprochenem Pech« tagelang Zwanzigstelpfennig-Skat spielen; für sechzig Pfennig konnte man sich drei Reklam-Bücher kaufen; für sechzig Pfennig konnte man zwölf Tassen heißen Kaffee im Seminar haben; für sechzig Pfennig hätte man sich bei einem Ferienkommers in bayerischem Bier um den Verstand saufen können. Und eine solche Summe gab man so hin! Für einen Freund! Für einen Kranz! Ach, ihr fünf treuen guten Kerle, deshalb ist mir ja Euer verblaßtes Band, auf das Ihr selbst Eure Namen gepinselt habt, heute noch so eine Kostbarkeit. Dieses Band ist einmal sehr teuer gewesen. * * * * * Ich war auf eine etwas abenteuerliche Art ins Breslauer Seminar gekommen. Da ich meine dreijährige Vorbildung in der Grafschaft Glatz und zwar in der Königlichen Präparandenanstalt zu Landeck genossen hatte, war ich -- wie alle dortigen Schüler -- für das Seminar in Habelschwerdt bestimmt. Aber ich wollte nicht nach Habelschwerdt. Warum, weiß ich selbst nicht recht. Die Hauptursache war wohl mein Freund Oskar Bartsch, der aus Breslau stammte, mir glänzende Bilder von dieser Stadt zeichnete und sagte: »Ein Mann wie du gehört nicht nach Habelschwerdt, er gehört nach Breslau.« Darauf gingen wir zwei zu dem Vorsteher unserer Anstalt, sagten ihm, wir möchten nicht nach Habelschwerdt, wir möchten gerne zu der Aufnahmeprüfung ins Seminar nach Breslau; aber er -- der prächtige, humorvolle Doktor -- schmiß uns ganz gemütlich raus, indem er sagte: »Das Habelschwerdter Seminar wird die Riesenehre, euch zwei als Schüler zu haben, bei gesundem Leibe überstehen!« Draußen auf der Treppe stopfte Bartsch die Hände in die Hosentaschen und sagte: »Das ist eine Gemeinheit!« Ich gab ihm recht, und wir gingen in die Osterferien. Dort gelang es mir, auf einem Feldspaziergang meinem Vater das Reisegeld nach Breslau abzupressen, um daselbst eine große »Aktion« ins Werk zu setzen. Mein Freund Bartsch führte mich durch die Wunderstadt, und wir gingen direkt ins Lehrerseminar. Der Direktor, dessen äußere Bärbeißigkeit mit seinem inneren jovialen Wesen -- wie wir später erfuhren -- in krassem Widerspruch stand, saß trotz der Ferien in seinem Amtszimmer. Als ob er ausgerechnet auf uns zwei Lebensstürmer gewartet hätte. Als er uns so prüfend ansah, die wir an seiner Tür andauernd mit »Dienermachen« beschäftigt waren, verloren wir die Sprache. »Was wünschen Sie?« fragte er dreimal mit seiner tiefen Stimme. Wir dienerten nur. »Also wer sind Sie denn eigentlich? Und was wollen Sie?« Da brachte ich heraus: »Wir sind zwei Präparanden aus Landeck und möchten gern ins Breslauer Seminar eintreten.« »So? Haben Sie denn bei uns die Aufnahmeprüfung, die vor zwei Wochen war, mitgemacht?« »Nein. Wir durften nicht.« »Wieso durften Sie nicht?« »Der Herr Vorsteher unserer Anstalt hat gesagt, wir gehörten nach Habelschwerdt; wir hätten in Breslau nichts zu suchen.« Der Direktor lächelte. »Na, da hat ja Ihr Herr Vorsteher ganz recht gehabt. Wie kommen Sie denn dann hierher?« »Wir -- wir sind -- so auf eigene Faust ...« »Aah -- auf eigene Faust! Das ist gut von Präparanden! Und wie denken Sie sich das -- eh ...? Sie wissen doch, daß man in einem Königlich Preußischen Lehrerseminar nur dann aufgenommen werden kann, wenn man die Aufnahmeprüfung bestanden hat. Und Sie wissen auch, daß die diesjährige Aufnahmeprüfung für das Breslauer Lehrerseminar vorbei ist. Also, wie haben Sie sich die Sache eigentlich gedacht?« »Wir -- wir hatten...

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Let me paint the scene for you. It's Germany in the early 1900s. The Royal Seminary Theater, a small traveling troupe, rolls into the sleepy villages of Altenroda and Grünlein. They're not stars; they're a scrappy group of actors, a director, and a stagehand or two, hauling their world in a cart. The book follows them through three connected stories as they set up their simple plays in barns and village halls, dealing with everything from skeptical locals and bad weather to their own internal squabbles and fading hopes.

Why You Should Read It

What got me was the characters. Keller doesn't give us heroes and villains. He gives us people. The aging actor clinging to his last shred of dignity, the young idealist in the troupe who still believes in magic, the village mayor who sees the theater as a nuisance. Their interactions are where the book shines—full of small, authentic moments that are sometimes hilarious, sometimes bittersweet. It's really about community, the struggle to keep a dream alive, and the quiet impact art can have in the most unexpected places.

Final Verdict

Perfect for anyone who loves character-driven stories or has a soft spot for underdogs. If you enjoy tales about small communities, the backstage world of theater, or European literature that focuses on everyday life, you'll find a lot to love here. It's a slow, gentle read, not a page-turning thriller, but it leaves a warm, lasting impression. Think of it as a beautifully written, forgotten postcard from another time.



📢 Copyright Status

This book is widely considered to be in the public domain. Thank you for supporting open literature.

Richard Hernandez
2 years ago

Comprehensive and well-researched.

Steven Johnson
1 year ago

Solid story.

Lisa Sanchez
9 months ago

If you enjoy this genre, the emotional weight of the story is balanced perfectly. Absolutely essential reading.

William Garcia
1 year ago

Enjoyed every page.

Thomas Wilson
1 year ago

Surprisingly enough, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. I couldn't put it down.

4.5
4.5 out of 5 (12 User reviews )

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